Keramik-Untersetzer mit Serviettentechnik – mein Weg zur perfekten Oberfläche

Als ich überall die schönen Keramik-Untersetzer gesehen habe, war klar: Dem Trend kann ich mich nicht widersetzen, das muss ich auch ausprobieren.

Statt Korkuntersetzern habe ich allerdings Bambusuntersetzer mit Rand verwendet und sie mit Keraflott ausgegossen. Das funktionierte überraschend gut. Die eigentliche Herausforderung kam erst danach: Wie bekommt man die Serviettentechnik schön glatt und dauerhaft versiegelt? Ich habe verschiedene Lacke ausprobiert – bis mich ein ganz anderes Projekt auf eine Idee brachte.

In vielen Anleitungen werden Korkuntersetzer vor dem Ausgießen zunächst mit Holzleim oder einer anderen Versiegelung behandelt. Das verhindert, dass die Gießmasse zu schnell Feuchtigkeit an den Untergrund abgibt und später Risse entstehen.
Bei meinen Bambusuntersetzern habe ich diesen Schritt ganz bewusst weggelassen. Die Oberfläche scheint bereits so gut versiegelt zu sein, dass sich die Gießmasse problemlos eingießen ließ und gleichmäßig trocknete.

Natürlich kann ich nicht garantieren, dass das bei jedem Bambusuntersetzer genauso funktioniert. Für mein Projekt war es aber eine angenehme Überraschung und hat mir einen Arbeitsschritt erspart. Deshalb zeige ich dir in dieser Anleitung genau, wie ich vorgegangen bin – inklusive meiner Erfahrungen mit der Serviettentechnik und der anschließenden Versiegelung. Vielleicht hilft dir das bei deiner eigenen Materialwahl.

Meine Materialliste

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Untersetzer mit Gießmasse ausgießen

Für dieses Projekt habe ich eine für mich neue Keramik-Gießmasse von Kupi verwendet. Die Anleitung funktioniert aber genauso mit vergleichbaren Keramik-Gießmassen anderer Hersteller.

Zunächst habe ich das Kupi im Verhältnis 3,5 (Gießmasse) zu 1 (Wasser) angerührt und dann vorsichtig mittig in die Bambusuntersetzer gegossen. Die Gießmasse verteilt sich fast von selbst. Anschließend habe ich den Untersetzer leicht auf die Arbeitsfläche geklopft, damit eingeschlossene Luftblasen aufsteigen können.

Bevor es mit dem Schleifen und der weiteren Gestaltung weitergeht, muss die Gießmasse vollständig durchtrocknen. Auch wenn die Keramikschicht nicht sehr dick ist, gib ihr dennoch mindestens 1 Woche Zeit zum Trocknen.

Serviettentechnik auf der Keramik

Nachdem die Keramik vollständig durchgetrocknet war, habe ich die Oberfläche mit feinem Schleifpapier geglättet und den Schleifstaub gründlich entfernt. So erhältst du eine saubere Grundlage für die weitere Gestaltung.

Für mein Motiv habe ich nur die oberste, bedruckte Lage der Serviette verwendet und sie bereits vor dem Aufkleben passend für den Untersetzer rund ausgeschnitten. Da der Bambusuntersetzer einen erhöhten Rand besitzt, war das für mich die sauberste Lösung. So musste ich später nichts mehr an der Kante abschleifen und konnte die Serviette direkt passend auflegen.

Anschließend habe ich eine dünne Schicht Art Potch Serviettenkleber auf die Keramik-Oberfläche aufgetragen. Darauf ließ sich die Serviette gut positionieren. Mit einer weiteren dünnen Schicht Art Potch von oben habe ich sie anschließend vorsichtig von der Mitte nach außen angedrückt und geglättet. So lassen sich Luftblasen weitgehend vermeiden und die Serviette verbindet sich gut mit dem Untergrund.

Trotzdem war das Ergebnis nicht ganz so glatt, wie ich es mir gewünscht hatte. Auf der getrockneten Oberfläche blieben feine Falten sichtbar. Je nach Motiv fallen sie später mehr oder weniger auf, ganz vermeiden konnte ich sie in meinem Versuch jedoch nicht.

Das eigentliche Problem zeigte sich für mich allerdings erst nach dem Trocknen. Das Motiv gefiel mir zwar sehr gut, aber ich wollte eine möglichst glatte und glänzende Oberfläche. Genau deshalb begann ich anschließend, verschiedene Versiegelungen auszuprobieren.

Meine Erfahrungen mit verschiedenen Versiegelungen

Nachdem die Serviettentechnik vollständig getrocknet war, stellte sich für mich die Frage, wie ich die Oberfläche am besten versiegeln kann. Schließlich sollen Untersetzer nicht nur schön aussehen, sondern im Alltag auch etwas aushalten.

Deshalb habe ich verschiedene Möglichkeiten ausprobiert. Mein Ziel war eine möglichst glatte, glänzende Oberfläche, bei der die feinen Falten der Serviette kaum noch sichtbar sind.

Triple Gloss Lack

Den Rayher Triple Gloss Lack hatte ich bereits für andere Projekte verwendet und deshalb auch hier ausprobiert. Die Oberfläche wurde mit jeder Schicht etwas glatter und glänzender. Allerdings benötigt der Lack ausreichend Trocknungszeit zwischen den einzelnen Anstrichen. Nach zwei Schichten war mir der Aufwand ehrlich gesagt zu groß und das Ergebnis entsprach noch nicht meinen Vorstellungen. Möglicherweise wäre die Oberfläche nach weiteren Schichten noch schöner geworden – ausprobiert habe ich das jedoch nicht.

Glanzlack

Auch andere glänzende Klarlacke brachten zwar einen gewissen Glanz, die Falten, die durch die Serviettentechnik entstanden sind, blieben jedoch weiterhin sichtbar. Für reine Dekoobjekte wäre das für mich völlig in Ordnung gewesen. Bei den Untersetzern hatte ich allerdings ein anderes Bild vor Augen.

UV-Resin

Immer wieder wird auch UV-Resin als Versiegelung empfohlen. Diese Möglichkeit habe ich bewusst nicht ausprobiert. Ehrlich gesagt habe ich etwas Respekt vor dem Material. Ich bin mir unsicher, welche Schutzmaßnahmen beim Verarbeiten notwendig sind und wollte mich damit für dieses Projekt nicht erst intensiv beschäftigen. Deshalb habe ich nach einer Alternative gesucht, die ich mit den Materialien umsetzen konnte, die ich bereits zu Hause hatte.

Die Lösung fand ich beim Laminieren

Während ich an meinem Laminier-Guide gearbeitet habe, kam mir plötzlich eine ganz andere Idee. Warum die Serviette überhaupt lackieren?

Mein erster Gedanke war, die laminierte Serviette mit einem transparent trocknenden Kleber auf der Gießmasse zu befestigen. Doch genau darin lag das nächste Problem. Ich fand keinen Kleber, der sich wirklich gleichmäßig und komplett unsichtbar auftragen ließ. Je nach Kleber entstanden Schlieren, kleine Lufteinschlüsse oder ungleichmäßige Stellen, die man später durch die glänzende Laminierfolie erkennen konnte.

Während ich weiter überlegte, fiel mir eine Packung Sticky-Back-Laminierfolien in die Hände. Ehrlich gesagt lag sie schon eine ganze Weile ungenutzt im Schrank, weil ich bisher nie den passenden Einsatzzweck dafür gefunden hatte.

Anders als herkömmliche Laminierfolien besitzen sie auf der Rückseite bereits eine Klebeschicht. Das Motiv – in meinem Fall die dünne Serviettenschicht – wird ganz normal einlaminiert. Mit einem Kreisschneider oder Plotter kann man dann einfach passende Kreise ausschneiden.

Anschließend wird die Schutzfolie auf der Rückseite abgezogen und die laminierte Serviette kann direkt aufgeklebt werden. Ein zusätzlicher Kleber ist also gar nicht mehr notwendig.

Und das Ergebnis hat mich überzeugt. Die Laminierfolie sorgt nicht nur für eine glatte und glänzende Oberfläche, sondern schützt das Motiv gleichzeitig. Außerdem entfällt das mehrfache Auftragen und Trocknen von Lackschichten.

Wichtig ist allerdings, dass der Untergrund möglichst glatt ist. Aus Neugier habe ich die selbstklebende Laminierfolie auch auf einen Untersetzer geklebt, der bereits mit Serviettentechnik gestaltet war. Dort hielt sie deutlich schlechter, weil die feinen Falten und Unebenheiten verhinderten, dass die Folie überall gleichmäßig aufliegen konnte.

Erst auf der glatten Oberfläche der Gießmasse kann die selbstklebende Laminierfolie ihre volle Klebekraft entfalten.

Mein Fazit

Manchmal entstehen die besten Ideen ganz nebenbei. Eigentlich war ich gerade mit einem ganz anderen Projekt rund ums Laminieren beschäftigt, als mir die Idee mit der Sticky-Back-Laminierfolie kam. Rückblickend war genau das die Lösung, nach der ich die ganze Zeit gesucht hatte.

Wenn ich über diese Möglichkeit jetzt weiter nachdenke, bekomme ich noch viel mehr Ideen: Man kann ja nicht nur Servietten einlaminieren, sondern auch Fotos, Drucke, Zeichnungen, Blumen, Glitzer und vieles mehr.

Falls dir Sticky-Back-Laminierfolien bisher ebenfalls unbekannt waren: sie gehören zu den Laminiermaterialien, die im Büro kaum verwendet werden, für kreative Projekte aber erstaunlich viele Möglichkeiten eröffnen.

Hat dir diese Idee gefallen? Dann speichere sie dir auf Pinterest, damit du sie später ganz einfach wiederfindest – oder teile sie mit jemandem, der genauso gerne kreativ ausprobiert.