Willste mal Schaf sehen?

[Werbung wegen Markennennung, aber alles selbst gekauft]

Eine ständige Inspirationsquelle für mich sind die Lives von Suse (Mamas Sachen).
In einem der letzten Videos hat sie gezeigt, wie man ohne Sublimationsdrucker sublimieren kann.

Aha. Sublimieren, was ist denn das?
Beim Sublimieren wird Farbe mit Hilfe von Hitze zu gasförmigen Dämpfen umgewandelt, die dann in das Material einziehen. Das Design wird also nicht aufgepresst, sondern eingepresst.

Dazu benötigt man eine eine spezielle Tinte, die Sublimationstinte und einen entsprechenden Drucker. Theoretisch kann man jeden Drucker zu einem Sublimationsdrucker umbauen, doch er darf dann nur noch mit Sublimationstinte benutzt werden, man kann also leider nicht mal eben die Farbe wechseln.

Ein neuer Drucker kommt erst mal nicht in Frage – zumal ich ja gar nicht weiß, ob ich ihn überhaupt oft genug nutzen würde.

Aber diese Sublimationstinte gibt es nicht nur für den Drucker, es gibt auch spezielle Stifte, die diese Tinte enthalten und mit denen man sich das Motiv dann einfach malen kann – wenn man malen kann.

Wie praktisch, dass der Plotter auch malen kann und mit dem passenden Adapter nahezu jeder Stift eingesetzt werden kann. So kann man den Plotter schön vorzeichnen lassen und größere Flächen dann mit der Hand ausmalen.

Und da traf es sich doch gut, dass ich mir vor einiger Zeit das Transfer Quill Starter Set von We R memory Keepers geholt habe. Dieses Set enthält nämlich Sublimationsstifte, 4 Adapter für die verschiedenen Plotter und noch verschiedenes anderes Material, das man zum Sublimieren brauchen kann.

Man bekommt Sublimationsstifte aber auch von anderen Marken, z.B. von Plottix oder Artesprix. Die sehen mir aber alle an der Stiftspitze relativ dick aus, so dass ich denke, sie sind nicht ganz so gut geeignet, um Konturen zu malen.
Da eignen sich doch eher die Infusible Ink Stifte der Firma Cricut, zumal es die in verschiedenen Dicken gibt. (Infusible Ink ist eigentlich das Gleiche wie Sublimation, der Name sagt es ja schon – einziehende Tinte). Hier muss man aber aufpassen, es gibt die Stifte auch speziell für die oder den Cricut Joy, und die passen nur in dieses Gerät und sind nicht mit anderen Plottern kompatibel.

Ich spreche da aus Erfahrung, denn natürlich habe ich direkt beim ersten Mal die (falschen) Stifte für den Joy erwischt und stand dann da mit meinem Talent: War nix mit Plotter zeichnen lassen.

Darum habe ich mir mein Motiv dann letztendlich nur ganz dünn mit meinem normalen Drucker ausgedruckt und es dann doch per Hand mit den Sublimations-Stiften nachgemalt. Das ging dann aber auch sehr gut – man braucht also noch nicht einmal einen Plotter. Denn, und das ist das Tolle, später beim Sublimieren wird nur die Sublimationsfarbe übertragen, die Druckerfarbe bleibt im Papier.

Das Motiv wird jetzt also auf ganz normales Druckerpapier gedruckt und oder gemalt, aber wichtig: es muss gespiegelt sein.

Übrigens darf man sich nicht wundern, die Farben verändern sich später noch beim Sublimieren und werden viel kräftiger.

Nachdem die Tinte getrocknet ist, kann das Motiv dann auch schon auf den Rohling aufgebracht werden. Man braucht schon spezielle Sublimationsrohlinge, man kann leider nicht alle Materialien oder Stoffe sublimieren. Stoffe müssen einen Polyesteranteil von mindestens 35% – lieber mehr – haben.

Ganz wunderbar zum Testen eignen sich hier Brillenputztücher, die sind nicht so teuer, und die kann man ja immer brauchen.

Zum Schutz meiner Matte habe ich auch lieber noch ein Stück Papier untergelegt, das war auch ganz gut so, denn die Farbe zieht nicht nur in das Textil ein, sondern, wenn sie kann, auch noch hindurch.

Jetzt kommt das Brillenputztuch, das sollte kurz (5 sek) vorgepresst und auch noch einmal von Fusseln befreit werden. Nun wird das bedruckte Papier mit der Druckseite nach unten aufgelegt. Sicherheitshalber habe ich noch ein weißes Blatt oben drauf gelegt und dann noch das Backpapier zum Schutz der Presse.

Und dann nur noch die Presse drauf mit den angegebenen Einstellungen.

Beim Sublimieren sind die Presseinstellungen, anders als bei Folien, vom Rohling, also dem Teil, auf das das Kunstwerk übertragen werden soll, abhängig. Aber in der Regel gibt jeder Hersteller die Einstellungen auch direkt bekannt.

Für die Brillenputztücher sind die Einstellungen so:

Ausdruck

gespiegelt

Temperatur

185 °

Dauer

40 – 50 sek

Druck

leicht

Mein Ausdruck hatte noch soviel Farbe, dass ich ihn einfach noch einmal benutzt habe.
Damit habe ich dann die Rückseite eines alten Brillentuches sublimiert, Der Ausdruck ist immer noch sehr gut.

Aber man sieht, dass die Farbe auf der Rückseite des Tuches durch die Hitze wieder gasförmig geworden ist und hat sich auf das Papier übertragen hat. Ohne Schutz wäre die Farbe in die Silikonmatte gedampft und würde beim nächsten Erhitzen wieder in den neuen Rohling eindringen.

Mein erstes Fazit: Sublimieren klappt auch ohne Sublimationsdrucker und sogar ohne Plotter,
Dann muss man halt selber mal Hand anlegen….

Und? Wie sieht es aus? Willste auch mal Schaf sehen?