Entformen und Trocknen

Jetzt heißt es nur noch abwarten, bis die Gießmasse fest geworden ist.
Das geht sehr schnell, nach ca. 30 – 40 Minuten ist die Form fest genug, um sie zu entformen. Zwischendurch wird die Gießmasse erst einmal noch sehr warm, aber wenn sie dann wieder abgekühlt ist, ist sie fest genug, um entformt zu werden.

Das ist je nach Form etwas mehr oder weniger schwierig, aber hier liegt der große Vorteil der Silikonformen, denn die können meist gut gezogen werden ohne kaputt zu gehen.
Einige Formen lassen sich trotzdem schlecht entformen, meist, wenn sie um starke Rundungen gehen, und man darum das Silikon zu sehr ziehen muss. Auch Formen, die nach unten hin breiter werden sind manchmal etwas tückisch.
Doch da gibt es auch noch einen kleinen Trick.
Wenn man die Silikonform von außen dünn mit Spülmittel einreibt, flutscht das Silikon beim Umstülpen viel besser über sich selber hinweg.
Manchmal braucht man aber auch eine dritte oder vierte Hand. Und beim zweiten Mal tut es schon nicht mehr so weh…. d.h. da klappt es meist besser, wahrscheinlich, weil das Silikon schon etwas gedehnt war.

Dünne, filigrane Formen lassen sich meist besser von hinten entformen, sprich, man legt sie erst einmal mit dem Gegossenen nach unten hin und fängt dann langsam an, von außen nach innen, die Silikonform abzuheben. Dabei muss man aufpassen, dass die Keramik an den besonders dünnen schmalen Stellen nicht bricht.

Die unteren Ränder des nun entformten Stückes sind meist noch etwas uneben, die sollte man jetzt direkt mit einem Küchenmesser entgraten, d.h. ab – und glatt kratzen.
Weitere Unebenheiten bekommt man gut mit Schleifpapier entfernt. Doch die angetrocknete Keramik staubt beim Schleifen auch schon ganz gut, darum empfiehlt sich hier das Nassschleifen. Und zwar direkt jetzt, bevor das gute Stück noch weiter trocknet.

Was ist das Nassschleifen? Mit Schleifschwämmen kann man besonders gut feuchte Materialien schleifen.
Ich habe mir dafür Schleifschwämme* mit einer feinen Körnung besorgt. Sie lassen sich sehr gut dann auch wieder mit Wasser auswaschen und sehr lange nutzen. Man kann die Schwämme auch direkt anfeuchten und dann mit ihnen das Material schleifen.

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Das Schleifen ist in der Regel nicht notwendig, es sei denn, man gießt direkt andere Materialien mit ein (z.B. Aquariumsand * oder Muschelgranulat *) um einen Terrazzoeffekt zu erzielen. Dann kommt man um das Schleifen nicht herum, denn der Effekt wird erst richtig schön, wenn man die äußerste Schicht der Keramik weggeschliffen hat.

Die Form sollte jetzt je nach Größe 3 – 4 Tage trocknen bis sie weiterverarbeitet werden kann. Zum Trocknen stellt man sie am Besten an einen Ort, an dem die Luft zirkulieren kann, z.B. auf ein (Kuchen-)Gitter oder die Heizung (aus, die Form braucht nicht zu viel Wärme). Wenn du sehr große, dicke Formen hast, kann es auch schon mal bis zu 8 Tagen dauern, bis sie richtig durchgetrocknet ist.

Doch wenn es ganz schnell gehen muss, kann man die Formen auch im Backofen trocknen:
bei 180° C Ober- Unterhitze, ca. 25 Min.

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